Landschaftspark Cappelaue

Alle Projekte Park
Stadt
Öhringen
Zeitraum
2011-2016

8 Bilder

Auf einen Blick

Auftraggeberin
Stadt Öhringen
Zeitraum
2011-2016
Bausumme
8,1 Mio. Euro (Gesamtprojekt ca. 15 Mio. Euro)
Größe
ca. 14,5 ha (Gesamtprojekt ca. 38 ha)
Leistungen
LP 1-8
Kategorie

Projektbeschreibung

Räume für die Zukunft.

Mit der Landschaft bauen.

Die Landesgartenschau 2016 war für die Stadt Öhringen die prägendste städtebauliche Maßnahme der letzten Jahre. Mit dem Ziel, die freiräumlichen Qualitäten Öhringens für die Bewohner zu stärken und die Attraktivität der Stadt für den Tourismus zu fördern, wurde die sechsmonatige Ausstellung ein Initiator für eine langfristige Entwicklung. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Gestaltung des Landschaftsparks Cappelaue und dabei in der Renaturierung der Ohrn als grünes Bindeglied zwischen der Innenstadt, dem Landschaftsraum Cappel sowie den neu entstandenen Wohnquartieren am Limespark.

Aus Landschaft wird Park

Die ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen in der Cappelaue konnten im Vorfeld von der Stadt Öhringen gesichert werden, um diese als einen extensiven Landschaftspark umnutzen zu können. Herzstück bildet der historische Grenzwall zwischen Germanien und dem römischen Reich. Die ehemalige Palisadenwand mit dem nachgelagerten Spitzgraben wurde vegetativ interpretiert. Eine 450 Meter Achse aus architektonisch geschnittenen Heckenelementen prägt den Landschaftsraum zukünftig. Der übrige Park folgt dem achsialen Thema parallel zum Limes und wird in Ost-Westrichtung durch lange geschwungene Wege unterbrochen.

Die großzügigen Wiesenflächen im Auenbereich der Ohrn sind zurückhaltend bespielt. In Birkenhaine eingebettete Spiel- und Sportflächen bieten Anziehungspunkte für die gesamte Region. Der großzügige Spielplatz mit Spielgeräten in Schwarz-Weiß-Lackierung, folgt dem Birkenthema der Umgebung und prägt mit einem 10m hohen Kletterturm und angrenzenden Kletterstrukturen den südlichen Parkteil. Das Pendant zum Spielplatz südlich der Ohrn ist die Multifunktionssportanlage im Norden, die sich ebenfalls durch eng gepflanzte Birken in die Auenlandschaft einschmiegt. Eine Skateanlage im Süden vervollständigt das Angebot.

Mehr Schwung für die Ohrn.

Mit der Renaturierung des Flusslaufes im Verbindungsraum zwischen Hofgarten und Cappelaue schafft Öhringen die wohl nachhaltigste Stadtentwicklung. In diesem Abschnitt ist durch den Wegfall der Tennis- und Skateanlagen eine großzügige Aufweitung der damals stark beeinträchtigten Gewässeraue möglich.

Neben der Verlegung der begradigten Ohrn wurde das Leitungsnetz der Stadt in diesem Bereich komplett erneuert. Eine neue 26m lange Brücke stärkt die Verbindung der neuen Skateanlage im Süden mit den Sportflächen im Norden. Der neue Brückenkopfplatz korrespondiert formal mit dem neuen Bauwerk. Der ohnehin schon stark durch eine Schule, die Schwimmbäder und Sportanlagen geprägte Freiraum wird durch weitere Angebote für die Öhringer Jugend noch attraktiver gemacht.

Der Fluss wurde durch einen seitlichen Steinverbau in den Innenstadtnahen Bereichen für die kommenden Jahrzehnte hochwassersicher ausgebaut. Dazu wurde der Ufer- und Sohlenverbau entfernt. Lenkbuhnen, Rauschen und Störsteine erhöhen die Diversität des Gewässers enorm und geben langfristig Habitate für Artenvielfalt in Fauna und Flora. Aber auch für die Öhringer Bürger gibt es neue Möglichkeiten zur Naherholung und Aufenthalt am Gewässer. So sind der Fluss und die angrenzenden Freiflächen nicht nur für den Naturschutz von Bedeutung, sondern auch von großer gesamtstädtischer und regionaler Bedeutung für die Erholung. Oberhalb des neuen Ohrnstrands, mit seinen breiten Kiesflächen, entstand beispielsweise eine Beach-Bar auf zwei Holzdecks, die sich durch Natursteinmauern in Sitzhöhe zum Gewässer abtreppen.

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