Historischer Hofgarten

Alle Projekte Park
Stadt
Öhringen
Zeitraum
2011-2016

10 Bilder

Auf einen Blick

Auftraggeberin
Große Kreisstadt Öhringen
Zeitraum
2011-2016
Bausumme
ca. 6,9 Mio. Euro (innerstädtischer Bereich), ca. 15 Mio Euro (Gesamtprojekt)
Größe
ca. 13,5 ha (innerstädtischer Bereich), ca. 38 ha (Gesamtprojekt)
Leistungen
LP 1-8
Kategorie

Projektbeschreibung

Historisches im neuen Gewand

Die Landesgartenschau 2016 war für die Stadt Öhringen die prägendste städtebauliche Maßnahme der letzten Jahre. Mit dem Ziel, die freiräumlichen Qualitäten Öhringens für die Bewohner zu stärken und die Attraktivität der Stadt für den Tourismus zu fördern, wurde die sechsmonatige Ausstellung ein Initiator für eine langfristige Entwicklung. Ein Schwerpunkt lag auf der zeitgemäßen Neugestaltung des historischen Hofgartens unter Berücksichtigung des historischen Erbes.

Ein Jungsbrunnen für den Hofgarten

Die Planung musste abwägen und vermitteln im Spannungsfeld zwischen den Zielen der Denkmalpflege, des Naturschutzes und der Schaffung eines lebendigen und vitalen Ortes für die Bewohner. Während einige Teile des Parks rekonstruiert wurden, sind andere durch eine zeitgenössische Gestaltung ergänzt worden. Neue Entwurfselemente sollten dabei stets als solche „ablesbar“ sein.

Betritt man den Hofgarten, das städtebauliche Herz der Öhringer Innenstadt, stellt man fest, dass dieser sich keiner Stilepoche mehr eindeutig zuordnen lässt. Elemente des englischen Landschaftsparks sind ebenso zu finden, wie die Elemente der barocken Gartenkunst. Zusammen mit dem Landesdenkmalamt wurde ein Leitzustand definiert, nach dem die einzelnen Elemente rekonstruiert und saniert wurden. Das konservatorische Bild orientierte sich am „verlandschaftlichen Barockgarten“ des frühen 19. Jahrhunderts.

Eine besondere Herausforderung stellte dabei der Umgang mit dem jahrhundertealten, zum Teil aber sehr maroden Baumbestand, dar. Die beiden raumprägenden Alleen im Nordteil konnten aufgrund der Vitalität nicht erhalten werden und wurden komplett neu aufgesetzt. Dazu wurden 64 - bis zu 25 Jahre alte - Hainbuchen gepflanzt.

Ein Highlight bildet die neue Hofgartentreppe die das höher gelegene Schloss mit dem eigentlichen Garten verbindet. Die Architektur nach dem Vorbild einer Sprungschanze wirkt dynamisch, der goldene Anstrich wird dem fürstlichen Kontext der Anlage gerecht.

Im Bereich eines ehemaligen Küchengartens entstand ein heckenumsäumter Gartenraum, der Generationengarten. Durch die Verlagerung des vorhandenen Spielplatzes auf die angrenzende Allmandwiese im Westen des Parks, konnte die geradlinige Grundstruktur der historischen Wegefigur weitgehend rekonstruiert werden. Im Gegensatz zum äußeren Wegegerüst wurde die innere, streng orthogonale Struktur des Nutzgartens nicht rekonstruiert. Intensiv bepflanzte Hochbeete, ein Wasserspiegel, ein Kleinkinderspielplatz sowie zwei Holzdecks gruppieren sich in freier Form auf einer platzartigen, wassergebundenen Grundfläche. Durch die Anordnung der 50 cm hohen Holzdecks, ließen sich die beiden vorhandenen, wertvollen Flügelnussbäume schonend in den Gartenbereich integrieren. Ihr besonderer Habitus prägt den Charakter des Gartens.

Ein neuer Spielplatz ist im Osten des Parks auf der Allmandwiese mit dem Thema Gräserwald entstanden. 60 bis zu sieben Meter hohe Stahlgräser schwingen wie Ähren im Wind und beherbergen zahlreiche Spielangebote.

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